Rund um den Poelvenn | Heute geht es auf einer einfachen, rolli-geeigneten Runde um den Poelvenn, einem der vier Krickenbecker sehen. Auf dem Zettel stehen neben dem ehemaligen Fischerheim auch der Nordkanal und die Flootsmühle.
Übersicht Rund um den Poelvenn
- Typ: Rundweg, GPS-Tour
- Länge: Etwa 7 km
- Höhenmeter: Etwa 90 Meter
- Wegmarkierung: 🟩♿️
- Ausgangspunkt: Biologische Station, Krickenbecker Allee 17, 41334 Nettetal
W3W:///starkes.realen.bezogene - Anspruch: Sehr Leichte Wanderung, rollstuhlgeeignet
- Gelaufen: 12. Februar 2026
- Weiterführende Links sind wie immer kursiv dargestellt.
- Plattformen/Apps: Komoot | gpx-Download

Vorbemerkung
Der Poelvenn liegt im Westen von Nettetal und gehört zu den Krickenbecker Seen in Hinsbeck – einer kleeblattförmig angeordneten Seenlandschaft, zu der außerdem Schrolik, Hinsbecker Bruch und Glabbacher Bruch zählen. Die Seen werden von der Nette durchströmt und sind Teil des Naturschutzgebiets „Krickenbecker Seen und Kleiner De Wittsee“.
Landschaftlich wirkt der Poelvenn wie „Niederrhein in konzentrierter Form“: große Wasserflächen, Schilf- und Verlandungszonen sowie feuchte Bruch- und Auwälder bilden ein Mosaik aus Lebensräumen. Genau dieses Nebeneinander macht das Gebiet zu einem der wertvollsten Wasservogelareale am Niederrhein – mit Bedeutung als Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz.
Die Krickenbecker Seen sind keine „Ur-Seen“, sondern entstanden historisch aus Moor- und Torfabbauflächen, die sich später mit Grundwasser füllten – aus dem „Torfstich“ wurde ein Vogelparadies und Naherholungsgebiet.

Rund um den Poelvenn | Wegbeschreibung
Der Weg ist mit den gut sichtbaren Stelen hervorrangend markiert. Vom Parkplatz der Biologischen Station muss man sich lediglich kurz Richtung Damm zwischen Hinsbecker und Gladbacher Bruch orientieren.
Von Schloss Krickenbeck zum Fischerheim
Über den Damm geht es vorbei an Schloss Krickenbeck und rechts in die Plankenheide bis zu den traurigen Überresten des Fischerheims. Seit Ende der 1920er begann hier der Ausflugsverkehr – erst als Trinkhalle, später mit Restaurant, Badeanstalt und Kahnverleih, irgendwann sogar mit einem Hotelbau in den 50ern. Nicht als „Rummelplatz“, sondern eher Niederrhein in gemütlich: Familien, Stammgäste, Generationenrituale – vom ersten Besuch mit den Großeltern bis zum Wiederkommen mit den eigenen Enkeln. Ein Zeitungstext von 2011 erzählt allerdings auch, dass diese Idylle nicht nur aus Sonnenstrahlen bestand: Damals blieb über Ostern erstmals seit Jahrzehnten geschlossen, weil der Inhaber die wachsende Bürokratie und immer neue Auflagen als echte Spaßbremse beschrieb.
Heute stehen vor dem Fischerheim nur noch einige Wohnmobile, die hier einen (hoffentlich) günstigen Stellplatz für die Nacht gefunden haben.

Nordkanal
Für Rollis und alle, die gern saubere Schuhe behalten wollen, geht es weiter entlang der Markierung auf den Herscheler Weg. Alternativ kann man auch vor dem Trafohäuschen rechts abbiegen und parallel durch den Wald laufen.
Der Weg führt weiter entlang des Nordkanals – wobei „Kanal“ hier eher nach großer Idee klingt als nach fertiger Wasserstraße. Denn was heute wie ein stiller Graben im Grün wirkt, war einmal ein napoleonisches Prestigeprojekt: Eine geplante Verbindung zwischen Rhein und Maas, im Kopf sogar bis Antwerpen weitergedacht. Initiert wurde das Ganze Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon Bonaparte – gebaut wurden aber nur Teilstücke. Heute folgt man stattdessen ganz entspannt der Fietsallee am Nordkanal: Markierungen und Infopunkte machen sichtbar, wo früher Lastkähne statt Wanderschuhe unterwegs sein sollten.

Flootsmühle
Kurz hinter Poelvenn und Nordkanal wirkt der Übergang an der Nette fast beiläufig – und genau deshalb bleibt man oft kurz stehen. Die steinerne Rundbogenbrücke aus Ziegeln liegt hier ziemlich genau auf der Kreisgrenze zwischen Kleve und Viersen, eingerahmt von den Naturschutzgebieten Krickenbecker Seen und Heronger Buschberge und Wankumer Heide. Seit 1756 gibt es an dieser Stelle eine Steinbrücke (vorher wohl Holz), 1945 wurde sie im Krieg durch das Gewicht eines amerikanischen Panzers zerstört und anschließend wieder aufgebaut.
Zur Flootsmühle gehört eine Geschichte, die noch weiter zurückreicht: als Wassermühle ist sie spätestens seit dem 16. Jahrhundert belegt (teils wird auch eine frühe Erwähnung um 1498 genannt), betrieben als Kornmühle und bis zur Stilllegung um 1875 genutzt. Der Name soll sich von einer „Furt“ ableiten – also einer flachen Stelle im Fluss, an der man schon lange leichter hinüberkam; ab 1706 war die Mühle im Besitz von Graf von Schaesberg. Heute steht am früheren Standort ein Wohnhaus; im Vorgarten erinnert ein Pilgerkreuz an die Tradition als Rastpunkt für Kevelaer-Pilger – und nebenbei findet sich dort auch eine Pegelmessstelle.
Am Fuß des Taubenbergs führt die Route durch Hombergen zurück Richtung Ausgangspunkt. Hinter den letzten Metern durch Feld- und Waldabschnitte öffnet sich der Weg wieder, und die Runde schließt sich ohne große Umwege am Parkplatz der Biologischen Station. Ein ruhiger Schluss für eine Tour, die – obwohl zugegeben sehr kurz – zwischendurch viel Abwechslung bietet.


Streckenverlauf Rund um den Poelvenn

Hinweise und Hilfreiches zur Wanderung
Einkehr:
- Rucksackverpflegung empfohlen. Keine Einkehrmöglichkeit.
