Hinsbecker Höhen Wanderung | Unsere schöne und leichte Wanderung geht heute über die Hinsbecker Höhen, vorbei am Nordkanaal bis zur alten Kovermühle und weiter Richtung Blaue Lagune. Der Rückweg führt noch einmal durch dichten Wald durch das NSG Krickenbecker Seen, an der Flootsmühle vorbei und zurück nach Hinsbeck.
Übersicht Hinsbecker Höhen Wanderung
- Typ: Rundweg, GPS-Tour
- Länge: Etwa 11 km
- Höhenmeter: Etwa 125 Meter
- Wegmarkierung: ⬜️🟫🔀🟫⬜️
- Ausgangspunkt: Parkplatz Parkstraße, 41334 Nettetal Hinsbeck
W3W: ///bedingen.gerichtet.ausdauernd - Anspruch: Mäßig leichte Wanderung
- Gelaufen: 13. Februar 2026
- Weiterführende Links sind wie immer kursiv dargestellt.
- Kombination: Die Wanderung lässt sich über die Runde um den Poelvenn (🟩) auf ca 17 km verlängern.
- Plattformen/Apps: Komoot | gpx–Download

Hinsbecker Höhen Wanderung | Wegführung
Der größte Teil des Weges ist über die farblich markierten Stelen gut zu finden. Ihr werdet also vermutlich nicht auf den Hinsbecker Höhen verloren gehen. Für die etwas unklaren Abschnitte hier eine kurze Übersicht:
Vom Parkplatz hinter Hotel Josten in der Parkstraße in Hinsbeck quert Ihr die Wankumer Straße und folgt ein wenig talwärts der Oberstraße bergan bis zur Jugendherberge. Von hier aus geht es mit ⬜️ bis zum Waldgasthof Waldesruh. Dort am Weiher weiter mit 🟫. Nach der Querung der Nette an der Kovermühle geht es bergan mit 🟫 bis zum Waldrand. Dort verlasst Ihr die Markierung und lauft zwischen Wald und Weide nach rechts.
Dem Weg folgen bis (ca. nach insgesamt 5.5 Streckenkilometer) links zwei Stelen mit blass-pinker Markierung stehen. Dort links wieder zwischen Waldrand und Feld bis zur Jülicher Straße. Dort links und wieder auf 🟫 und Flootsmühle wieder auf ⬜️ Richtung Hinsbeck.
Am Ortseingang ist die Markierung unübersichtlich. Folgt einfach der Schlossstraße Richtung Ortsmitte, dann links in den Höhenweg, rechts Auf der Schomm und zurück über die Oberstraße zum Parkplatz.
Die Fotos im Beitrag stammen natürlich aus dem letzten Sommer.

Von der Jugendherberge zur Waldesruh
Vorbei an der Jugendherberge Hinsbeck geht es durch den Mischwald des Galgenbergs. Hier wurden früher Urteile vollstreckt, die das örtliche Schöffengericht op de Geer gefällt hatten. Bei einfachen Vergehen kam der Angeklagte nach einer vereinbarten Buße wieder in die Gemeinschaft. Bei Verbrechen, die als Gefahr für die Gemeinschaft galten, wurde er verbannt und nach Norden in die Fremde geschickt. Schweren Delikten zogen die Hinrichtung am Galgen nach sich.
Der Galgen stand einst auf einer Kuppe an der Hangkante über dem Nettedurchbruchstal und war in der Heidelandschaft weithin sichtbar. Heute liegt dort ein heller Sandplatz auf einer kleinen Lichtung. Sichtschneisen geben wieder den Blick in die Umgebung frei. Der Platz ist dreieckig angelegt und neigt sich in drei Richtungen. Bänke mit Ausblick stehen auf einer Höhe und machen die topografische Situation der Kuppe sichtbar. Nach Nordwesten führt ein steiler Weg hinunter zur Geestekuhl.
Unser Weg führt uns weiter und wieder talwärts zur Waldesruh. Wer schon einkehren möchte, findet hier eine größere Auswahl an Pannenkoeken. Kann man machen.
Rudi und ich marschieren weiter, am kleinen Weiher vorbei und hinab zum Nordkanal. Natürlich MUSS das eigentlich wasserscheue Dackeltier sofort bis zum Bauch (okay – das ist nicht sehr tief) ins Brackwasser. Modrige Stöckchen sind einfach die besten…. Ich lasse ihn gewähren. Bis daheim ist es ja noch ein Stück und bis dahin ist der Dreck vom „Haarkleid“ abgeblättert.

Kovermühle
Idyllisch gelegen am Lauf der Nette in Wachtendonk liegt die Kovermühle. Schon 1349 wird die Getreidemühle urkundlich erwähnt. Anfangs gehörte sie dem niederrheinischen Adelsgeschlecht Schaesberg. Nach Kriegsende 1945 wurde die Mahltätigkeit nach fast 600 (!) Jahren eingestellt. Später wurden Wasserstau und Wasserrad abgebaut – erhalten blieb der Mühlenhof. Das Gelände wurde danach landwirtschaftlich genutzt, und das renovierte Müllerhaus ist heute ein Wohnhaus.

Raketenstation in der Wankumer Heide
Ein paar hundert Meter folgen wir noch 🟫, dann verlassen wir den vorgegebenen Weg und halten uns rechts zwischen Wiese und Waldrand. Rechter Hand lässt sich in der Ferne ein eingezäuntes Areal ausmachen. Die Raketenstation in der Wankumer Heide hier im Naturschutzgebiet „Heronger Buschberge und Wankumer Heide“ entstand in den 1960er Jahren im Kontext des Kalten Krieges als Teil der NATO-Luftverteidigung und gehörte zur Raketenstation Hinsbeck. Sie war eine von neun Abschussbasen im Rheinraum und wurde von Bundeswehr, belgischen Streitkräften und der US-Armee betrieben. Heute gilt die Fläche als Denkmal der Zeitgeschichte und steht beispielhaft für die Nachkriegszeit und das militärische Wettrüsten – daher soll sie in ihren Dimensionen erhalten bleiben. 2007/2008 wurde die Anlage jedoch weitgehend zurückgebaut: 41 Gebäude wie Hallen, Wachtürme, Schießstände und Bunker wurden abgerissen. Erhalten blieben Splitterschutzwände sowie Bunker in den Wällen, die übererdet und als geschützte Fledermausquartiere umgestaltet wurden.
Ich bin wirklich gar kein Fan davon, solche Anlagen zwanghaft dem Erdboden gleich zu machen. Sicher: Keiner will den Erhalt finanzieren oder die Verantwortung für etwaige Unfälle übernehmen. Trotzdem: Geschichte mit dem Bagger auszulöschen ist mindestens schade. Von den wenigen scheinbar verbliebenen Überresten kann man vom Weg übrigens nicht allzu viel sehen. Ich werde das aber mal auf einer der nächsten Streifzüge näher in Augenschein nehmen.

An der Flootsmühle vorbei und um den Taubenberg
Über einen Feldweg (siehe Wegbeschreibung oben) und über die Jülicher Straße erreicht Ihr wieder 🟫. Der Wanderweg führt hinab zur Flootsmühle und mit ⬜️ weiter Richtung Taubenberg. Auf dem Weg lohnt sich ein kleiner Abstecher auf die Aussichtsplattform kurz hinter Mühle mit Blick auf einen kleinen Heidesee.
Der Weg ist nicht mehr weit: Noch einmal geht es durch die Wälder oberhalb von Hinsbeck und vorbei am Aussichtsturm Taubenberg (den sehen wir uns an einem anderen Tag auf einer anderen Tour an, versprochen). Eine kurze Passage durch den Forst, dann hat Hinsbeck uns wieder. Über Hombergen, Schloßstraße, Auf der Schomm geht es vorbei an der (für mich) überraschend großen Grundschule von Hinsbeck zurück zum Start.

Fazit
Eine schöne, heimelige Wanderung durch Wälder und Auen mit leider eher durchwachsener Gastronomie. Jetzt im Winter sehr ruhig mit wenigen Besuchern ideal, damit Rudi auch mal von der Leine und sein eigenes Ding machen darf….

Streckenverlauf Hinsbecker Höhen Wanderung

Hinweise und Hilfreiches zur Wanderung
Einkehr:
- Rucksackverpflegung empfohlen.
Einkaufsmöglichkeiten gibt es im Ortskern von Hinsbeck: - Edeka Dahmen (mit Bäckerei)
Johannesstraße 14, 41334 Nettetal
Mo-Sa 08:00 – 19:30 - Landbäckerei Stinges
Markt 5, 41334 Nettetal
Mo-Fr 06:00 – 18:00
Sa 06:00 – 16:00 - Restaurant Hotel Josten
Wankumer Str. 3, 41334 Nettetal
tägl außer Mi und So ab 18:30
02153/91670
Telefonische Reservierung empfohlen. - Landgasthaus Waldesruh mit Biergarten
Heide 7, 41334 Nettetal
Öffnungszeiten variieren. Bitte telefonisch nachfragen.
02153/8024235
Legende
⬜️ Stelen mit weißer Markierung
🟫 Stelen mit brauner Markierung
🔀 Unmarkierter Weg: Bitte Wegbeschreibung beachten oder Track nutzen
