Rundwanderweg, Tagestouren
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Wanderung Den Oever Robbenoordbos

Wanderung Den Oever Robbenoordbos

Wanderung Den Oever Robbenoordbos | Ein kleiner, verfrühter Herbststurm hat uns vor einiger Zeit einen zusätzlichen Tag in der Marina Den Oever beschert, den Rudi nebst Personal für eine ausgiebige Wanderung im Robbenoordbos genutzt haben. Nicht nur für Segler mit Landbeinen oder Hundebesitzer auf Gassi-Tour ein wirklich schönes Gebiet, um nach einem langen Segeltag ordentlich ausschreiten zu können (oder eben eine längere Tour zu machen).


Übersicht Wanderung Den Oever Robbenoordbos

  • Typ: Rundweg
  • Länge: Etwa 10 km
  • Steigung: Zu vernachlässigen
  • Ausgangs- und Zielpunkt: Marina Den Oever | 52°55’22.3″N 5°02’48.7″E
  • Anspruch: Leichte Wanderung auf befestigten und unbefestigten Waldwegen. Wanderschuhe empfohlen. Vollständige Handynetz-Abdeckung.
  • Gelaufen: Oktober 2022
  • Weiterführende Links sind wie immer kursiv dargestellt.

Eingeweht in Den Oever

An jenem Samstag war der Wetterbericht gegen uns: Regen, Starkwind und blöde Ijsselmeer-Welle standen bei Windfinder zu lesen. Zwar wären wir auch mit mehr Wind und Welle aus der falschen Richtung sicher und wohlbehalten nach Hause gekommen. Aber den halben Tag gegenan zu kreuzen, war der sonnenverwöhnten Schönwetter-Crew der SY Fat Mermaid einfach ein wenig zu viel Stress.
Vor allem Dackel Rudi mag das ganze Geschaukel gar nicht und musste halt mal als Ausrede für einen faulen Hafentag herhalten.

Da man nun allerdings in der Marina Den Oever nicht allzu viel unternehmen kann und die Stadt auch ein schönes Stück Fußmarsch entfernt ist, ging es halt wanderbeschuht ab in den Wald nahbei: Den Robbenoordbos.

Ich muss sagen: Die 10 Kilometer haben für niederländische Verhältnisse für Wanderer wirklich viel zu bieten: Dichter, urwüchsiger Wald und kleine Bachläufe im Robbenoordbos und eine tolle Weidelandschaft der angrenzenden Dijkgatsweide.

Der Robbenoordbos im Wieringermeer

Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war der heutige Wieringermeerpolder noch Wasser zwischen der Spitze Nordhollands und der Insel Wieringen. Erst im Zuge des Zuiderzee-Projektes wurde das Areal eingedeicht, um neue Flächen für die Landwirtschaft zu erschließen. Einige tausend Hektar Land wurden so der See abgerungen.
Aber wie so oft: Manchmal hat die See eigene Pläne: Trotz großer Pumpstationen blieb der Grundwasserspiegel im Norden des Polders zu hoch und der Boden zu sumpfig, was das Areal für die Landwirtschaft ungeeignet machte.
Um die Fläche nicht brach liegen lassen zu müssen, wurden Bäume für die Holzwirtschaft angepflanzt. Der ursprüngliche Robbenoordbos entstand.

Die junge Aufforstung hatte kaum ein Jahrzehnt, um sich zu entwickeln: Im April 1945 flutete die deutsche Wehrmacht das gesamte Poldergebiet: Gebäude, Vieh und Natur fielen dem Wasser zum Opfer, dass sich innerhalb von nur zweit Tagen den Polder fluteten.

Nach dem Krieg wurde der Robbenoordbos wieder aufgeforstet. Seitdem steht er in der heutigen Form und wird wie die meisten Wälder von Staatsbosbeheer gepflegt.

Die Wanderung

Mit Wanderschuhen an den Füßen und Rudi an der Leine geht es vom Parkplatz der Marina Den Oever in den Wald und grob Richtung Süden. Der Pfad schlängelt sich durch den Wald, mal breiter und asphaltiert, mal als Trampelpfad. Überall um uns herum alte Bäume in schwarzem, sumpfigen Wasser.
Durch die hohen Baumkronen scheint die Sonne (der Wetterbericht war bisher eher nicht zutreffend).
Auf der Südseite des Robbenoordbos lichtet sich der Wald. Eine große Freifläche tut sich auf: Viele Vogel- und Säugetierarten nutzen die Pfützen und das umliegende Grasland. Sogar Hirsche aus dem Wald ruhen sich hier angeblich tagsüber auf und erfreuen sich an den Kräutern der Salzwiesen. Gesehen haben zwar keine – dafür aber unzählige Wasservögel, die sich hier für den Winter vollfressen.
Von hier aus geht es zurück nach Norden und an einem breiten Kanal mit einer kleinen Seilfähre vorbei. Über uns kreisen die Rotoren von drei Windenergieanlagen.
Sie sind Teil des größten Onshore Windparks der Niederlande mit 99 Anlagen, die in ganz Wieringermeer Strom für 370.000 Haushalte erzeugen. Ganz klar: Das Bekenntnis der Niederländer zur Erzeugung von grünen Strom und deren Projektabwicklung spielen in einer anderen Liga als hierzulande.

Bald ist auch der Hafen wieder in Sicht. Kurz vor dem Ziel einigt sich Petrus doch noch mit der Wetter-App: Wie aus Eimern prasselt es auf uns herunter. Wir nehmen es gelassen – Rudi eher weniger.



Streckenverlauf Wanderung Den Oever Robbenoordbos

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