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Kölnpfad Etappe 1 – Von Rodenkirchen nach Klettenberg

Kölnpfad Etappe 1 Von Rodenkirchen nach Klettenberg

Kölnpfad Etappe 1: Von Rodenkirchen nach Klettenberg | Über 171 km und elf Etappen verläuft der Kölnpfad einmal rund um die Rheinmetropole.
Heute geht es auf das erste und mit rund 22 km längste Teilstück von Rodenkirchen durch den Weißer Rheinbogen zum Forstbotanischen Garten und durch den äußeren Grüngürtel nach Klettenberg.


Übersicht Kölnpfad Etappe 1 | Von Rodenkirchen nach Klettenberg


Start in Rodenkirchen

Während die hochsommerliche Hitzewelle für einen Tag Pause macht, machen Rudi und ich uns endlich mal wieder auf zu einem schönen Wandertag. Heute steht die erste Etappe des Kölnpfad des Kölner Eifelvereins auf dem Programm. Mit der KVB geht es zur Haltestelle Heinrich-Lübke-Ufer und von dort ein paar Stufen hinab zum Rhein.

Den schmalen Fußweg am Rhein teilen wir uns mit einigen mehr oder weniger rücksichtsvollen Radfahren, Fußgängern und Joggern. Zur frühen Stunde herrscht hier viel Betrieb. Viele scheinen es sehr eilig zu haben, schnell zur Arbeit zu kommen.

Nach einigen Metern erreichen wir mit der Rodenkirchener Brücke den offiziellen Startpunkt der ersten Etappe. Es geht vorbei an den Restaurantschiffen Alte Liebe und der Albatros, die müde und noch geschlossen im niedrigen Rheinpegel dümpeln.

Kölnpfad Etappe 1

Die Kölsche Riviera

Nach etwa einem Kilometer erreichen wir unterhalb von Rodenkirchen ich Kölsche Riviera. Der feinsandige Uferabschnitt mit vielen in den Rhein ragenden Buhnen ist beliebtes Ausflugsziel der Kölner. Jung und alt genießen es im Sommer, die Füße in den Sand zu graben oder abends eine kleine Party zu feiern. Doch das Idyll trügt auch ein wenig: Schwimmen ist hier wie im gesamten Rhein bei Köln lebensgefährlich. Auch wenn wegen des niedrigen Wasserstandes nur halb beladenen Frachtschiffe eher träge den Fluss hochzuckeln: Sie verursachen enorme Strömungen, die schon so manchen unvorsichtigen Badegast von den Füßen und ins Wasser gerissen hat.

Rudi hat hier viel zu schnüffeln: Mal geht die Nase hierhin mal dorthin, so dass wir gefühlt nur im Schneckentempo voran kommen. Die Kölsche Riviera ist halt auch ein beliebtes Gassi-Revier und für den Dackel gibt es viel zu „lesen“.

Immer weiter geht es auf der Uferstraße vorbei an Camping Berger, wo seit immerhin 1931 Gäste aus Köln und ganz Europa ihre Zelte aufschlagen. Gegenüber grüßt von oben ein Zebra vom Balkon.
Köln wird hier schon merklich weniger urban: Statt Parks, Villen und Klettergerüsten gibt es Streuobstwiesen und offene Felder. Etwa bei Kilometer drei und kurz hinter einem alten Minigolf-Platz zweigt die Straße schließlich in den Wald ab. Hier startet der Weißer Leinpfad. Wir wählen den kleinen Pfad, der neben der Straße verläuft: Ohne viel Verkehr kann Rudi hier nun auch endlich mal von der Leine und trottet brav neben her.

Einen kurzen Abstecher geht es hinab zum Fluß: Rudi kann sich (wegen der gefährlichen Strömungen natürlich angeleint) ein wenig im Rhein erfrischen. Ein ganz schönes Stück müssen wir über die Rheinkiesel klettern bis wir das Wasser erreichen, so tief liegt der Rhein in seinem Bett. Von der wochenlang Trockenheit gezeichnet sind auch die Bäume, die schon Herbstlaub abwerfen. Überall Trockenheit, die Rudi mit eifrigem Markieren zu beheben versucht.

Kölnpfad Etappe 1

Durch den Weißer Bogen

Sehr idyllisch liegen kurz darauf ein paar Kühe auf der Weide direkt neben dem Weg. Sehr zum Missfallen von Rudi, dem diese großen Tiere deutlich unheimlich sind. Schnell gehen wir weiter, damit „Familie Kuh“ weitere in Ruhe die Sonne genießen kann.

Bald erreichen wir die Anlegestelle der Rheinfähre Krokodil. Die Personen- und Fahrradfähre (zu Stoßzeiten unterstützt vom großen Bruder Krokolino) fährt zur Zündorfer Groov. Von dort aus könnte man auf der anderen Rheinseite zurück zur Rodenkirchener Brücke wandern (machen wir natürlich nicht). Achtung: Die Fähren verkehren nicht immer. Also im Zweifel vorher auf die Website des Krokodils schauen.
Hier verlassen wir den Rhein und folgen rechts entlang einiger Pferdekoppeln der Wegemarkierung auf den Triftweg.

Jetzt zeigt sich Köln vollends von seiner ländlichen Seite: Die Straße führt zwischen Pferdewiesen hindurch und an Reiterhöfen vorbei. Die weitläufige Pracht kommt nicht ohne Kehrseite: Ohne Schatten scheint die Sonne nun ganz schön heftig auf uns herab.

Die Wege führen in diesem Streckenabschnitt ein wenig im Zickzack und schnell verpasst man einen Abzweig. Deswegen gut auf die Wegemarkierungen (oder den GPS Track) achtgeben.

Ungefähr auf der Hälfte der Tour bei Kilometer zehn steht in der Nähe eines Tennisplatzes eine kleine Bank mit Blick aufs Feld. Hier machen wir ein paar Minuten rast und genießen die Brotzeit. Rudi liegt im Schatten und streckt alle viere in die Luft.

Im Südlichen Äußeren Grüngürtel

Hinter dem Tennisplatz biegen wir links ab auf einen gut befestigten Waldweg und finden uns endlich im Schatten wieder. Herrchen gefällt, Hund gefällt’s. Und Letzterer kann hier auch endlich wieder der Leine und ein wenig frei laufen.

Tatsächlich gehört das Areal, das wir nun durchwandern zum südlichen Teil des Äußeren Grüngürtels. Auf dem Gebiet des ehemaligen preußischen Befestigungsringes entstand hier in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ein grünes Band, dass sich (fast) um ganz Köln zieht.

Wie Speichen eines Rades wird das Grün von den Hauptverkehrsachsen nach Köln durchschnitten. Auf der Wanderung müssen also einige stark befahrene Straßen überquert werden. Zunächst passieren wir die Weißer Straße, dann hinter dem Friedhof Rodenkirchen die Sürther Straße.

Bald erreichen wir mit den ersten Häusern den südlichen Zipfel von Rodenkirchen und folgen der Straße mit schmucker Wohnbebauung auf der einen und dem rauschenden Verkehr der Industriestraße auf der anderen Seite.

Kölnpfad Etappe 1

Friedenswald und Forstbotanischer Garten

Der Wegemarkierung folgend wird auch diese Verkehrsachse gequert, dann biegen in die Parklandschaft von Friedenswald und Forstbotanischem Garten ab. Im 20 Hektar großen Friedenswald wurden in den 80er Jahren Bäume aus allen Ländern angepflanzt, mit denen die Bundesrepublik diplomatische Beziehungen unterhielt.

Hier verlassen Rudi und ich für einige Meter den Köln Pfad und suchen den Schatten unter den alten Bäumen. Der Weg führt parallel weiter und ist deutlich weniger heiß. Unsere kleine Flucht führt uns durch ein kleines Tor in den Forstbotanischen Garten mit seinen phantastischen Anpflanzungen. Durch Japan Park, Pfauenwiese und Rhododendronschlucht geht es wieder zurück zum Kölnpfad (wir erfahren leider erst hinterher, dass Hunde im Forstbotanischen Garten nicht erlaubt sind).

Ein gutes Stück geht es weiter durch den Wald entlang der Friedrich-Ebert-Straße, auf der knapp hundert Meter entfernt von uns der Verkehr zur Autobahn donnert. Noch lauter wird um das Autobahnkreuz (A555 x A4) und wir sind froh, endlich ins Wasserwerkswäldchen abbiegen zu können. Von hier aus ist der Hauptteil des Grüngürtels mit seinen breiten Wiesenflächen nur noch einen Katzensprung entfernt.

Kalscheurer Weiher und Güterbahnhof Eifeltor

An Kalscheurer Weiher machen wir noch einmal Rast: Erst darf Rudi sich in dem kleinen, künstlich angelegten See abkühlen. Dann gibt es für Herrchen am Kiosk ein Malzbier und eine Bockwurst.
Die ganze Anlage mit Bootsverleih und Kiosk nebst gemütlichen Sitzplätzen wird betrieben von einem umtriebigen Verein, der hier auch Musikveranstaltungen organisiert (Link).

Noch etwa 3 km trennen uns jetzt vom Etappenziel Klettenbergpark. Gestärkt und Erfrischt geht es zum Endspurt. Hinter dem kleinen Parkplatzes überqueren wir erneut eine Magistrale und erreichen das Gelände des Umschlagebahnhofs Eifeltor, der nun links von uns liegt. Laut hört man die Loks und Waggons des bundesweit umschlagestärksten Güterbahnhofs durch die Bäume.

Hinter einer finsteren Passage passieren den staatlichen Komarhof. Erstmals 1348 als Lehnsgut des Stiftes St. Maria im Kapitol erwähnt, ist sie heute Sitz einer Ökoinitiative, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Vielfalt der Natur zu bewahren und anderen zugänglich zu machen. Auf einer ehemaligen Brache ist so ein prachtvoller Garten entstanden, in dem auch Kindergärten und Schulen den Kleinen die Natur näherbringen können.

Etappenziel von Kölnpfad Etappe 1 in Klettenberg

Rechts abbiegend geht es vorbei an einer Kleingartenanlage unterhalb der Bahngleise von Eifeltor und weiter durch typische und nicht sonderlich ansehnliche Nachkriegsbebauung in Klettenberg.

Den Abschluss der ersten Etappe des Kölnpfad bildet der wunderschöne Klettenbergpark. Entlang des Sees auf den Parkbänken genießen Senioren die Mittagssonne, Studenten lesen was steht nur mal so lesen und in der Mitte des kleinen Teichs sprudelt ein kleiner Springbrunnen Sauerstoff ins Wasser.

Auf der andern Seite erwarten uns die Kölner Verkehrsbetriebe mit der Bahnhaltestelle und wir beenden den Kölnpfad Etappe 1 nach einem kleinen Zwischenhalt am Kiosk.


Video-Impressionen


Streckenverlauf Kölnpfad Etappe 1


Hinweise und Hilfreiches Kölnpfad Etappe 1

  • Wer sein Auto am Startpunkt geparkt hat, kommt mit den KVB Linien 130 und 140 ab Haltestelle Sülzgürtel in einer halben Stunde wieder zurück.
  • Das Büdchen am Kalscheurer Weiher bietet neben Eis, warmen und kalten Getränken und Würstchen auch einen kleinen Tretboot-Verleih an (1/2 Stunde 5.-€ und 1 Stunde 9.-€). Kartenzahlung möglich.
  • Der Kiosk am Klettenbergpark hat von 7:30 bis 23:00 geöffnet (keine warmen Speisen).

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