Autor: Rudi

Forrest

Da hat sich das Personal mal was richtig Feines ausgedacht und mich auf meinen ersten richtigen Waldspaziergang mitgenommen. Mal raus aus der lauten, stinkenden Stadt und rein in unberührte Natur zwischen Eifel und Autobahn. Endlich mal ein Entertainment-Programm nach meinem Geschmack – jedenfalls fast. Wie wir alle wissen, bin ich ja ein sehr moderner und großzügiger Chef: Das Personal darf durchaus auch mal eine Meinung oder eine Idee äußern. Meist kommt dabei nichts raus (sonst wären die ja die Chefs) und man muss gute Miene zu blödem Vorschlag machen. Aber manchmal, manchmal finden diese blinden Hühner auch mal ein Korn. Die Idee des Tages war ein Ausflug in die Ville. Ich hatte erst Villa verstanden – aber das war wohl zuviel gewollt. Die Ville ist ein großer Park, in dem Dackel mit ihren Bediensteten lustwandeln können. Manchmal sieht man auch nur Bedienstete, die hier ihrem faulen Müßiggang nachgehen (unter uns: Manchmal ist mir das ganze Dasein zu liberal…). Jedenfalls: Kaum aus dem Gefängnistransporter ausgebrochen kitzeln tausend Düfte meine Nase: Hasen müssen hier gewesen sein! Rehe …

Snowblind

Das hatte sich das Personal wohl so gedacht: Kaum fällt dieses weiße Zeug vom Himmel, sind alle völlig aus dem Häuschen und meinen, mir müsse das dann wohl jetzt auch gefallen. Hustekuchen! Es ist ja schon schlimm genug, dass mich das Personal mitten im Winter in diesen versifften Park schleift und ich nicht mehr wie gewohnt meine Verrichtungen in der warmen Stube erledigen soll. Dem Fußvolk ist es definitiv einerlei, dass mich Gras an Stellen kitzelt, über die ein anständiger Dackel nicht spricht. Oder dass ich schmutzige Pfoten bekomme von den Woodstock-Schlammlöchern, die irgendwelche liebestollen Cerberusse hier gegraben haben: Jetzt fällt vom Himmel auch noch so ein kaltes, geschmackloses Zeug und der Park ist nicht mehr braun-grün, sondern plötzlich weiß – und noch kälter. Zwar schleppen mich die Sänftenträger die paar Meter bis zum Park (ich soll wohl nicht „Rücken“ kriegen). Aber dort angekommen werde ich mitten in dem weißen Zeug abgesetzt und soll alleine klar kommen. Sehr befremdlich. Klar – Kitzbühel, Ischgl, Zermatt: Alles kein Ding. Da können wir Dackel-Style direkt zum Après Ski …

Wohnung Gucken

So Leute, heute war es endlich soweit: Der Umzug vom Landsitz in meine erste eigene Butze! Hat ja lange genug gedauert…Aber der Weg war durch aus nicht so komfortabel wie geplant… Das neue Personal war pünktlich in der Residenz, um den Umzug für mich abzuwickeln – wie es sich geziemt. Was auch immer da so lange gedauert hat, bis es endlich losging. Ich glaube, es gab noch Instruktionen zu meinem Leibgericht. Ich verstehe die Menschen ja nur, wenn ich will – aber bei „Futter“ wurde ich kurz hellhörig. Es es immer gut, wenn der neue Chéf nicht experimentiert. Ich kann ja nicht jedem immerzu alles erklären. Die Umzugskartons waren dann schnell vom Knecht verladen und ab ging die Post: Erst auf dem Schoss der neuen Zofe. Kurz vor der Autobahn dann aber der Schock: Das undankbare Pack hat mich doch tatsächlich ins Gefängnis gesperrt! Gitterstäbe überall! Das wäre selbst für Sly Stallone in Lock Up eine harte Nuss gewesen. Irgendwas haben sie von „Sicherheit“ gefaselt…. Der Chauffeur war wie erwartet ein Totalausfall. Keine Ahnung, ob …